Vitamin D3

Vitamin D3 – Das Sonnenscheinhormon

Im BLU ROOM wird medizinische UVB-Strahlung eingesetzt, wobei es sich um eine für das menschliche Auge unsichtbare, elektromagnetische Strahlung in Wellenlängen zwischen 280 bis 315 nm handelt. 

Nur ca. 6% der Gesamtstrahlung der Sonne, die zur Erde gelangt, ist unsichtbare UV-Strahlung (UVA, UVB und UVC-Strahlung). Von dieser UV-Strahlung sind ca. 5% UVB-Strahlung, von der wiederum nur 10% die Erdoberfläche erreichen, da sie zum Großteil von der Atmosphäre absorbiert werden. Das heißt, dass nur ca. 0,03% der Gesamtstrahlung UVB-Strahlung ausmacht, die den Menschen erreichen kann.

Warum ist das so wichtig? Weil UVB-Strahlung notwendig ist, damit unser Körper über die Haut das wichtige Vitamin D3 produzieren kann. 

Lange Zeit schenkte niemand dem Vitamin D3 sehr viel Beachtung. Man nahm an, dass es lediglich für die Knochengesundheit verantwortlich sei. Und ja, es stimmt. Ohne Vitamin D3 wäre unser Körper nicht in der Lage, Kalzium aufzunehmen, was für starke und gesunde Knochen essentiell ist. Fehlt Vitamin D3 kann es zum Beispiel bei Kindern zu einer Erkrankung der Knochen aufgrund einer gestörten Mineralisation, der so genannten Rachitis kommen. Ein entsprechendes Krankheitsbild bei Erwachsen heißt Osteomalazie. 

Unter den Vitaminen nimmt Vitamin D3 eine Sonderstellung ein, weil es gar kein Vitamin, sondern ein Hormon ist, das von unserem Körper selbst gebildet werden kann. Nur ein sehr geringer Teil unseres Bedarfes wird durch unsere Nahrung gedeckt. Tatsächlich ist es schwierig mehr als 10-20 % des täglichen Bedarfs an Vitamin D3 über unsere Mahlzeiten zu decken, da dieses nur in geringen Mengen in Lebensmitteln zu finden ist. Gerade diese jedoch sind Nahrungsmittel, die sich nicht für den Verzehr in großen Mengen eignen, Produkten wie fetter Fisch, wie Aal oder Makrele, Lebertran, Eier, Avocado oder Pilze. Denn wer möchte schon die 50 Eier täglich zu sich nehmen, die man essen müsste, um 1000 Einheiten Vitamin D3, die Menge, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Tagesdosis empfohlen ist, zu decken? Gut, dass unser Körper 80-90 % unseres Vitamin D3-Bedarfes selbst bilden kann. Alles, was er dafür benötigt, ist Sonnenlicht. Unter dem Einfluss von UVB-Strahlung wird in den oberen Hautschichten aus einer Vorstufe des Vitamin D3, dem ProVitamin D3 (7-Dehydro-cholesterol) PräVitamin D3 (Cholecalciferol) hergestellt, welches anschließend weiter zu Vitamin D3 reagiert. Dieses wird, gebunden an Proteine, in die Leber transportiert, wo es zu einer weiteren Zwischenstufe, dem Calcidiol, umgewandelt wird. Dieser Vorläufer wird in Blut und Leber gespeichert und bei Bedarf in die aktive Form des Vitamin D3, dem Hormon Calcitriol, umgewandelt. Calcidiol ist es auch, welches als Standardmarker bei Blutuntersuchungen zur Ermittlung des Vitamin D3-Spiegels herangezogen wird. Ein Erwachsener sollte einen Vitamin D3-Spiegel von mehr als 30 ng/ml oder mehr als 80 nmol/l haben. Lassen sie sich von den verschiedenen Werten nicht verwirren. Dabei handelt es sich lediglich um verschiedene Einheiten desselben Messwertes, des 25-(OH)-D. Dies steht für 25-Hydroxycholecalciferol, dem chemischen Namen von Calcidiol. 

Jetzt fragen Sie sich womöglich, wieso nicht die aktive Form des Vitamin D3, das Calcitriol, gemessen wird? Das hat verschiedene Gründe. Zum einen hat Calcitriol mit 4-6 Stunden eine sehr kurze Halbwertszeit und ist auch nur in sehr geringen, schwierig nachzuweisenden Mengen im Blut vorhanden. Zum anderen sagt es nichts über die gespeicherte Menge an Vitamin D3 aus. Doch es ist gerade diese Speicherung, welche so wichtig ist, denn in unseren Breitengraden ist eine ausreichende Eigenversorgung mit Vitamin D3 in den Wintermonaten kaum zu gewährleisten. Früher nahm man an, dass auch bei bedecktem Himmel genug Vitamin D3 gebildet wird, doch dem ist nicht so. Tatsächlich müsste man etwa 15-20 % der gesamten Hautoberfläche, was etwa dem Gesicht, Hals, Dekolleté und Teilen der Arme und Beine entspricht, ca. 15 bis 20 Minuten am Tag direktem Sonnenlicht aussetzen. Doch selbst dann reicht die UVB Intensität in den nördlichen Breiten (über dem 42. Nördlichen Breitengrad = nördlich von Rom) oft nicht aus, um genug Vitamin D3 zu produzieren. Schuld daran ist der flache Eintrittswinkel der Sonnenstrahlen in den Wintermonaten, so dass nicht genügend UVB auf die Erdoberfläche trifft. Die Sonne steht dann hoch genug am Himmel, wenn der Schatten, den Sie werfen kürzer ist, als sie hoch sind, was lediglich in den Monaten von April bis Oktober zwischen 10:00 und 16:00 Uhr der Fall ist. 

So ist es nicht nur nicht verwunderlich, dass in Deutschland der Vitamin D3-Spiegel saisonal stark schwankt, mit Höchstwerten in den Monaten August und September und Niedrigwerten im Februar und März, sondern auch nicht, dass Ernährungswissenschaftler vermuten, dass in unseren Breiten 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung einen Vitamin D3-Mangel aufweisen. Auch die DGE gibt an, dass 91% aller Frauen und 82 % aller Männer über das Jahr zumindest zeitweise mit Vitamin D3 unterversorgt sind. Denn oft ist es schlicht nicht möglich, jeden Tag in den Sommermonaten die Zeit zu finden sich, 15 Minuten zu sonnen. Vor allem, da auch zu beachten ist, dass jeglicher Sonnenschutz die UVB Aufnahme in die Haut stark einschränkt. Alles über LSF 15 blockt bis zu 95% der eintreffenden UV-Strahlung, was eine Vitamin D3 Produktion effektiv verhindert. Und wer möchte schon im Sommer ohne Sonnenschutz ein Sonnenbad nehmen?

Doch wieso ist der Mangel an Vitamin D3 überhaupt so problematisch? Schließlich meinen Sie vielleicht, Ihren Knochen geht es doch gut? Vitamin D3 hält eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit inne. Denn wie bereits oben erwähnt, ist Vitamin D3 gar kein Vitamin. Es ist ein Hormon und als solches an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. So hat es unter anderem einen direkten oder indirekten Einfluss auf mehr als 3.000 Gene und damit auf die Funktion von Zellen und Organen. Mittlerweile hat man bei fast jedem Organ im menschlichen Körper Vitamin D3 Rezeptoren gefunden, so dass man davon ausgehen kann, dass alle Organsysteme in irgendeiner Form von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D3 abhängig sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass eine Unterversorgung mit zum Teil schweren gesundheitlichen Problemen einhergeht.

Vitamin D3-Mangel hat viele Gesichter: Müdigkeit und Stimmungsschwankungen, trockene Haut, Gelenkschmerzen, ein schwaches Immunsystem, erhöhtes Schwitzen. Zeichen eines Vitamin D3-Mangels sind somit oft vielfältig und schwer zu zuordnen. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass Vitamin D3 bei der Entstehung zahlreicher Zivilisationskrankheiten, sei es Übergewicht und Bluthochdruck, Diabetes, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Schilddrüse, Allergien, chronischen Entzündungen, bis hin zu zahlreichen Krebsformen, Alzheimer und Demenz, eine Rolle spielt. 

Auch im Alter ist eine gute Versorgung mit Vitamin D3 von großer Bedeutung, gerade weil es für die Knochengesundheit eine so wichtige Rolle spielt. Osteoporose zum Beispiel, die durch eine Demineralisierung der Knochen, v.a. dem Verlust von Kalzium, entsteht, kann durch einen Vitamin D3-Mangel gefördert werden. Vitamin D3 sorgt dafür, dass das in der Nahrung befindliche Kalzium für den Körper erst verfügbar gemacht werden kann. Das bedeutet im Rückschluss, ein Mangel an Vitamin D3 führt zu einem Mangel an Kalzium, was der Körper versucht auszugleichen, indem das in den Knochen befindliche Kalzium herausgelöst wird. Spröde Knochen sind die Folge und Stürze führen leicht zu Knochenbrüchen, die dann nur schwer und langsam heilen. Vielen älteren Menschen ist außerdem nicht bewusst, dass die Fähigkeit, Vitamin D3 über die Haut selbst zu synthetisieren, im Alter stark nachlässt. So sind Senioren häufig trotz ausreichendem Aufenthalt im Freien mit Vitamin D3 unterversorgt. 

Die Wirkung von Vitamin D3 in unserem Körper ist noch lange nicht umfassend geklärt, doch stellt sich immer mehr heraus, dass unsere Gesundheit in großem Maße von einem ausreichend hohem Vitamin D3-Spiegel abhängt. Wenn man seine Gesundheit präventiv in die eigene Verantwortung und Vorsorge nimmt, kann man gesund in die Zukunft schreiten.

In einer BLU ROOM® Sitzung wird der Raum mit hochdosierter UVB-Strahlung aus 9 medizinischen UVB-Lampen geflutet. Durch die Verspiegelung wird die Strahlung vielfach reflektiert und auf den Anwender gebündelt. So kann der Körper in kurzer Zeit sehr große Mengen an eigenproduziertem Vitamin D3 erhalten, ein regelrechter ‚Boost‘ von bis zu 10.000 Einheiten in 3 Minuten. Die Vitamin D3-Speicher können somit höchsteffizient aufgefüllt werden, unabhängig von Tages- oder Jahreszeit.